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Regieren inzwischen die Notenbanken die Finanzmärkte?

Mittwoch den 5.06.2013

Heute Nachmittag werden die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, morgen tritt der Rat der Europäischen Zentralbank zusammen, auch um über die weitere Zukunft des Leitzinses zu sprechen. Für Anleger ist dies 2013 wichtiger denn je, denn wie es scheint, sind es vermehrt die Notenbanken, welche die Finanzmärkte regieren.

Kommt wie kürzlich die Ansage von Ben Bernanke, die US-Notenbank Federal Reserve würde bei der Politik der letzten Jahre bleiben und weiter billiges Geld in die Märkte pumpen, steigen die Aktienkurse immens, der DAX erlebte dadurch einen wahren Höhenrausch. Kurz darauf kam dann die Ernüchterung, ein Sitzungsprotokoll eben jener Sitzung der Notenbank wurde veröffentlicht und dort wurde deutlich, dass die Geldpolitik der USA rasch ein Ende nehmen könnte, sollten sich die Wirtschaftsdaten ändern. Und was passierte? Die Börsenkurse in der ganzen Welt zog es massiv nach unten, ein Teil der Anleger verkaufte in Panik, der andere Teil verkaufte, um die satten Gewinne der Tage davor mitzunehmen und nicht von niedrigeren Aktienkursen betroffen zu sein.

Gleiches gilt für Entscheidungen, welche die Europäische Zentralbank als Notenbank für die Euro-Zone trifft. Werden die Geldschleusen deutlich geöffnet, steigen die Aktienkurse und die Anleger investieren. Sollte der Leitzins nach dem letzten Zinsschritt im Mai 2013 erneut gesenkt werden, würde dies Tür und Tor öffnen, zugleich jedoch die Sparer, die auf sichere Anlagearten setzen, noch mehr „ins Trockene“ negativer Realverzinsung treiben. Und auch in Japan zeigte sich: werden die Gelddruckmaschinen angeworfen, steigen die Aktienkurse auf neue Rekordwerte, dass dabei gleichzeitig die japanische Währung massiv fiel, mag dabei von vielen vielleicht nur als eine Art Kollateralschaden betrachtet werden – auch wenn davon wiederum andere Anleger massiv betroffen waren, die auf einen stabilen Yen gesetzt hatten.

Damit haben sich die Anleger von den Entscheidungen der Notenbanken abhängig gemacht, anstatt gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge und auch Nachhaltigkeit in ihre Anlagestrategie einfließen zu lassen. Dies ist auf der einen Seite natürlich verständlich in Zeiten, in denen die Orientierungspunkte immer schwieriger werden, da die globale Finanzwelt deutlich unübersichtlicher und mit mehr Facetten versehen ist als die Wirtschaft eines einzelnen Landes. Dennoch ist das sich Hängen an die Lippen der Notenbankchefs eine sehr gewagte Tendenz, die, wenn sie weiter so verbleibt, schon in naher Zukunft zu einem neuerlichen Börsencrash führen könnte.

Denn damit wäre dieser schon nahezu vorprogrammiert, da die Notenbanken früher oder später aus der Politik des billigen Geldes aussteigen werden. Allen voran wohl die USA, je nachdem, ob sich die Wirtschaft des Landes weiterhin so positiv entwickelt wie derzeit. Und auch in der Euro-Zone wird früher oder der Wendepunkt kommen. Sollten beide Staaten zeitnah ihre Geldpolitik wieder straffen, würde es wohl zu Panikverkäufen zahlreicher Anleger und wieder zugleich zu Gewinnmitnahmen anderer Anleger kommen. Die Aktienkurse würden damit wieder fallen, und dies vielleicht in einem Ausmaß, das wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.


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