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Rückkehr der Inflationsangst

Montag den 22.03.2010

Das Haushaltsdefizit Griechenlands soll nun durch massive Kürzungen der Beamtengehälter, Renten-Nullrunden und Steuererhöhungen dieses Jahr um ein knappes Drittel, von 13 auf 9 Prozent, gesenkt werden. Erleichterte Anleger ließen die Kurse der griechischen Staatsanleihen daraufhin klettern. Auch konnte der Euro im Vergleich zum Dollar leicht zulegen. Aber andere Länder in Europa, von kleinen wie Irland und Portugal bis hin zu größeren wie Spanien und großen wie England, stecken derzeit immer noch in Haushaltsschwierigkeiten. Sogar Wirtschaftsriese USA ächzt unter der Last der riesigen Staatsschuld.

Die nötigen Sparmaßnahmen könnten aber die wirtschaftliche Erholung bremsen und ein zweites Rezessionstal herbeiführen. Steuern die Notenbanken gegen und weiten ihre Liquiditätspolitik noch weiter aus, um ihren Regierungen unter die Arme zu greifen, dann kann es tatsächlich zu Inflation kommen, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. Derzeit liegt die Inflationsrate im Euroraum noch bei 0,9 Prozent, in Deutschland sogar bei nur 0,4 Prozent. In einer aktuellen Umfrage von Union Investment rechneten allerdings 58 % der befragten Anleger mit steigenden Inflationsraten, für die letzten anderthalb Jahre ein Rekordwert.

Gewinner und Verlierer der Inflation

Die Befürchtung, die Staaten könnten keinen anderen Ausweg sehen, als ihre nicht mehr bezahlbaren Schulden durch höhere Inflationsraten real zu schrumpfen, spielt sicherlich bei den Überlegungen vieler Befragter eine Rolle. Der ehemalige oberste Volkswirt des Internationalen Währungsfonds und Harvard-Dozent Kenneth Rogoff empfahl vor einigen Monaten die Anhebung der Inflationsrate auf 4-6 Prozent für einen begrenzten Zeitraum. Sein Nachfolger beim IWF, Oliver Blanchard, schlug jüngst nun in dieselbe Kerbe. Bundesbankchef Axel Weber widersprach zwar, aber die Debatte läuft nun. Bei einer geduldeten Inflation würden neben den Staatsschulden auch die Tagesgeld- und Spareinlagen der Privatanleger schrumpfen. Auch andere negative Folgen für die Wirtschaft sind denkbar.

Gute Nachrichten wäre eine höhere Inflationsrate allerdings für die Privathaushalte, die selbst verschuldet sind, und Besitzer von Immobilien, die sich über schrumpfende Hypotheken freuen können. Auch treibt die mit steigenden Inflationsraten immer dringender werdende Suche von Anlegern nach Sachwerten als sicheren Häfen für ihr Geld die Immobilienpreise nach oben und erhöht so den Wert des Objekts. Mit Gold läuft es derzeit ähnlich. Je nachdem, wann man einsteigt, und vor allem je nachdem wie sich die Inflationsrate tatsächlich wie beim Kauf erwartet entwickelt kann man ein gutes Geschäft machen, wenn man jetzt auf Inflation setzt – oder eben nicht.

Redaktion (22.03.2010)


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