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Neues EU-Einlagensicherungsmodell tritt in Kraft

Montag den 10.01.2011

Bislang galt von Land zu Land ein Wildwuchs unterschiedlicher Regelungen, so dass es in der EU sogar mehr Sicherungssysteme als Mitgliedsstaaten gab. Ein Chaos, das nun vereinheitlicht werden soll. Auch sollen die Betroffenen ihr Geld nun schneller ausgezahlt bekommen, anstelle mehrerer Monate soll nun innerhalb von 30 Tagen die Zahlung erfolgen.

Damit entfällt für Tagesgeldhopper, die häufig den Anbieter wechseln um neu hinzukommende günstige Angebote wahrnehmen zu können oder Zinssenkungen ihres bisherigen Anbieters auszuweichen, ab jetzt der lästige Vergleich der Einlagensicherungskonditionen bei ausländischen Banken. Bisher musste immer wieder neu überprüft werden, ob die angelegte Summe auch unter dem garantierten Betrag liegt. Bisher lagen die Garantiesummen zwischen 50.000 und 100.000 Euro, so dass die Situation sich für alle Anleger entweder verbessert hat oder unverändert geblieben ist.

Deutschland: Unübersichtliches Gestrüpp der Sicherungssysteme

Diese Regelung gilt zusätzlich zu eventuellen zusätzlichen Sicherungssystemen, wodurch die Lage wieder etwas unübersichtlich wird. In Deutschland sprach Bundeskanzlerin Merkel 2008 auf dem Höhepunkt der Panik im Gefolge des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers, eine Garantie für alle Einlagen in durch die Finanzkrise zerrütteten Banken aus. Diese Garantie wurde allerdings nicht in Gesetzesform gegossen, sondern liegt nur gewissermaßen als Versprechen vor und gilt auch nur für Banken, deren Zusammenbruch direkt auf die Finanzkrise zurückzuführen ist. Mithin keine Garantie, auf die man sich uneingeschränkt verlassen kann.

Die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken haben einen eigenen Mechanismus, der sämtliche Einlagen in voller Höhe garantiert. Die deutschen Privatbanken sichern sich gegenseitig über einen Fonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) ab. Die Deckungshöhe lässt sich auf der Internetseite des BdB, www.bdb.de, nachprüfen. Wie viel die dem Fonds angehörenden Banken in den Topf eingezahlt haben wird allerdings geheimgehalten, so dass auch hier eine gewisse Unsicherheit bleibt. Während der Lehman-Krise geriet der BdB-Fonds unter der unerwarteten Höchstbelastung selbst ins Schlingern, der Staat musste eingreifen. Allerdings halten nur relativ wenige Anleger mehr als 100.000 Euro in Bargeld, so dass der Mehrheit mit der neuen EU-Regelung jetzt ausreichend und zuverlässig geholfen ist.

EU setzt auf weitere Vereinheitlichung

Der für den gemeinsamen Markt zuständige EU-Kommissar Michel Barnier plant sogar eine noch weiter gehende Vereinheitlichung der Mechanismen. Die verwirrenden zusätzlichen Sicherungsmechanismen sollen zugunsten einer einheitlichen Garantie in Höhe von 100.000 Euro abgeschafft werden. Diese soll schon vor Beginn einer Krise durch einen gutgefüllten Fonds verlässlich gewährleistet sein, eine teure Zumutung, gegen die die Banken sich noch sträuben.

Barniers Plan sieht vor, dass Kunden innerhalb von nur einer Woche ihr garantiertes Geld wieder in den Händen halten. Durch die einheitliche Lösung soll verhindert werden, dass die EU-Länder sich, um das Abfließen von Mitteln zu verhindern, gegenseitig in einen teuren Rüstungswettlauf bei der Einlagensicherung verstricken. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, aber mit dem Status quo können die deutschen Anleger schon zufrieden sein.

Redaktion (10.01.2011)


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