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Stiftung Warentest: Kunden zahlen zu hohe Dispozinsen

Montag den 20.09.2010

Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken derzeit zu günstigsten Konditionen Geld zur Verfügung. Seit Oktober 2008 ist der Leitzinssatz um über drei Prozent gefallen. Den niedrigen Leitzinsen von nun nur noch einem Prozent folgend sind, wie unter solchen Umständen üblich, auch die Zinsen auf Tages- und Festgeld zügig in den Keller gerauscht. Die Zinsen bei Überziehung des Girokontos trotzen aber dem Trend und verharren auf stolzem Niveau.

Verbraucherschützer halten die Praktik für Abzocke. Die Stiftung Warentest nahm nun in einer umfassenden Studie ihrer Zeitschrift Finanztest für die Oktober-Ausgabe die Lage bei mehreren hundert Banken unter die Lupe. Einstellige Sätze, stellten sie fest, sind schon eine Seltenheit, der Einstiegstarif liegt bei mehr als dem Dreifachen dessen, was man derzeit an Zinsen auf ein gutes Tagesgeldkonto kassieren kann, und einem Vielfachen dessen, was die Banken der Zentralbank zahlen müssen: fast acht Prozent.

Banken verteidigen Praxis

Im Schnitt verlangten die Banken über 12 Prozent bei Überziehung, viele Banken verlangen sogar noch deutlich mehr. Tendenziell verlangen vor allem kleinere Banken in ländlichen Gebieten, wo die Konkurrenz nicht so groß ist, die höchsten Zinssätze. Kunden, die die Bank nicht wechseln können oder wollen leiden besonders. Aber auch viele Direktbanken, unter denen es aber immerhin auch ein paar besonders kundenfreundliche Ausreißer gibt, lassen sich nicht lumpen, ebenso wenig die großen Filialbanken.

Das Bild ist überall ähnlich desolat. Beim Dispokredit wird es schon teuer, wenn der Kunde seinen Disporahmen auch noch überzieht und die Bank die Überziehung duldet, wird es noch einmal teurer. Immerhin einer von sechs deutschen Bankkunden, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“, ist mit seinem Konto in den Miesen, die Banken hätten, so zitiert die „Bild-Zeitung“ die Verbraucherzentrale Bremen, auf diese Weise 2009 und 2010 bisher schon über eine Milliarde Euro dazuverdient.

Auf der Suche nach Abhilfe

Die Banken weisen zwar darauf hin, dass die besondere Flexibilität und fehlenden Sicherheiten einen höheren Zinssatz bei dieser Kreditform nötig machten, die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht nun aber trotzdem vor Gericht, um eine Senkung der Zinsen bei zumindest zwei Banken zu erreichen. Auch im Bundestag wurde das Thema nun letzte Woche zur Sprache gebracht: Mehr als sechs Prozent, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, seien bei der aktuellen Leitzinssituation unangemessen. Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU) will nun eine eigene Studie zur Praxis bei den Überziehungszinsen auflegen. Die Banken stünden in der Pflicht, die Zinserleichterungen durch die Zentralbanken an die Kunden weiterzugeben und nicht komplett selbst einzustreichen.

Unter diesen Umständen steigt beim eigentlich kostenlosen Girokonto schnell der Gebührenärger. Unter diesen Umständen erzielt man auf jeden Fall die beste „Rendite“ auf vorhandenes Geld, wenn man damit erst einmal seine bestehenden Kredite und Überziehungen abbezahlt. Wenn kein Notgroschen zur Verfügung steht und die Überziehung chronisch geworden ist, dann sollte man über die Aufnahme eines regulären Ratenkredites zur Ausgleichung des Kontos nachdenken. In praktisch allen Fällen spart man so einiges an Geld.

Redaktion (20.09.2010)


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