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Wachstumsjahr 2010: Quälende Fragen dank Vermögenszuwächsen

Mittwoch den 25.05.2011

2010 stieg das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte, also Vermögen in Aktien und Bargeld ohne Immobilien und Sachwerte, auf fast fünf Billionen Euro an. Das ist verglichen mit den Vorjahren ein deutlich überdurchschnittlicher Anstieg. Nach Ansicht der Bundesbank waren hierfür die positive Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Konjunktur und damit der Einkommen verantwortlich.

Oft ist das Geld jedoch scheinbar leichter verdient als gut angelegt. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen meidet die Beschäftigung mit ihren Finanzen und Finanzprodukten lieber. Das Wissen über Finanzdinge ist niedrig, die Neigung, daran etwas zu ändern, ebenso. Überforderung und Überdruss sind verbreitet. Vor dem Gang zum Bankberater graut es vielen Verbrauchern. Am Ende stehen viele mit Produkten da, die sie nicht verstehen. Überraschungen sind so programmiert.

Nach wie vor Probleme bei der Beratung

Aber selbst die, die sich beraten lassen, stehen oft nicht besser da. In einer Untersuchung der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg wurden in 90 Prozent der untersuchten Fälle Anlegern Produkte vermittelt, die nicht zu ihrem individuellen Bedarf, ihren Zielen und ihrer finanziellen Lage passten. Statt der Rendite für den Anleger wird der Gewinn für die Banken durch Provisionen und Gebühren der ausschlaggebende Faktor für eine Empfehlung.

Fast 50 Milliarden Euro, so die Verbraucherschützer, gehen den Kunden so jedes Jahr verloren. Der überwiegenden Mehrheit der von Test untersuchten Kunden seien, so die Verbraucherschützer, von ihren Bankberatern zu risikoreiche, zu unflexible oder schlicht mit zu hohen Gebühren und zu schlechten Konditionen belastete Produkte vermittelt worden. Das niedrige Vertrauen der Kunden in ihre Banken verstärkt noch ihre Neigung, sich mit dem Thema Vorsorge am besten gar nicht zu beschäftigen.

Selbst ist der Anleger?

Um der Misere abzuhelfen, fordern die Verbraucherschützer eine schärfere Trennung zwischen Vertrieb und Beratung sowie stärkere Aufsicht durch die staatliche Finanzaufsicht BaFin. Sich auf Honorarberatung statt auf die Beratung durch den Bankangestellten zu verlassen, würde natürlich theoretisch ebenso funktionieren, aber nicht jeder kann oder will sich die hohen Stundenhonorare, die ein guter Berater kostet, leisten. Die Alternative kann aber noch teurer kommen.

Mit gesundem Menschenverstand kommt man auf jeden Fall schon weit. Den eigenen Mitteln angemessenes Konsumverhalten und Sparsamkeit sind Selbstverständlichkeiten, die immer noch nicht für jeden selbstverständlich sind. Dann die Anlage: Während jeder Einzelne grundlegende Produkte wie Tagesgeld und Festgeld problemlos selbst vergleichen und auswählen kann, ist dies bei anderen Produkten schwieriger. Zur Risikostreuung sollte man sich nicht auf nur eine Anlagenklasse verlassen, ohne sich jedoch zu verzetteln. Betriebliche Altersvorsorge, die Nuancen von Riesterverträgen, Immobilienfinanzierung, der angemessene Versicherungsschutz, das richtige Produkt für den eigenen Anlagehorizont – das sind Fragen, bei denen die Fachkenntnisse eines qualifizierten Beraters nützlich sind. Für solche Themen gezielt fachmännischen Rat einzuholen, kann sich bezahlt machen.

Redaktion (25.05.2011)


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