Frauen und Rente

Durch langfristiges Planen Nachteilen entgegensteuern

Familienpause senkt Rentenansprüche

Frauen und Finanzen/Vorsorge und Versicherung: Frauen und Rente

Die Familienpause hat Auswirkungen auf die gesetzliche Rente für Frauen. Dies trifft auch auf die Rückkehr in den Beruf als Teilzeitkraft zu. Fast die Hälfte aller Frauen (42 Prozent) arbeitet in Teilzeit. Wer jedoch in Teilzeit arbeitet, zahlt niedrigere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung und schmälert so seine Ansprüche an die staatliche Rentenkasse.

Ärgerlich, dass die Frauen auch heute noch im Durchschnitt 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. All dies hat Folgen für die Alterseinkünfte. Sich in der Altersvorsorge auf die des Ehepartners zu verlassen, kann angesichts hoher Scheidungsraten schnell schief gehen. Frauen sollten daher in der Altersvorsorge unabhängig bleiben.

Höhere Lebenserwartung und geringere Rente

Die gesetzlichen Rentenansprüche weiblicher Angestellter fallen in der Regel geringer aus als die der meisten Männer. Eine ehemalige Angestellte bekommt im früheren Bundesgebiet durchschnittlich 465 Euro Rente, ihre männlichen Kollegen 969 Euro. In den neuen Ländern und Berlin-Ost erhalten Frauen durchschnittlich 666 Euro Rente und ihre männlichen Kollegen 1.050 Euro (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Statistische Analysen, Stand Dezember 2007).

Diese Zahlen veranschaulichen, wie wichtig hier die Eigeninitiative ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rentenlücke weiter wächst. Frauen treffen im Alter auf folgende Situation: Geringere gesetzliche Rente bei höherer Lebenserwartung. Private Altersvorsorge ist dringend erforderlich, und die muss weder kompliziert noch teuer sein. Bereits kleine Beiträge können zu einem stattlichen Kapital im Alter führen, sofern rechtzeitig mit dem Ansparen begonnen wird.

Immer weniger Frauen verlassen sich allein auf die staatliche Rente

In einer aktuellen Studie aus dem Sommer 2008, erstellt von TNS Infratest im Auftrag des Wiesbadener Finanzdienstleisters Delta Lloyd, wird festgestellt, dass Frauen sich nach und nach stärker absichern für das Leben im Alter. Nur noch ein Viertel verlässt sich noch allein auf die staatliche Rente. Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren zum Thema Altersvorsorge befragt. Knapp mehr als die Hälfte hat die Notwendigkeit einer eigenständigen privaten Vorsorge für das Alter erkannt und räumt dem Thema höchste Priorität ein.

Junge Frauen investieren allerdings weniger. Bei den 26 bis 29-jährigen ist der Anteil, die keinen Euro und Cent in die die eigene Vorsorge investieren bei 21,3 Prozent. Möglicherweise gibt also jede vierte Frau in dieser Altersgruppe ihr Geld eher für privaten Konsum als für die Altersvorsorge aus. Knapp ein Drittel aller befragten Frauen investieren ein bis fünf Prozent ihres Einkommens in eine zusätzliche Altersvorsorge. Weitere 30 Prozent geben sogar sechs bis zehn Prozent ihres Einkommens für die Absicherung aus. Für fast 60 Prozent der Frauen steht beim Thema Altersvorsorge eine eigene private Vorsorgestrategie im Vordergrund. Bedenklich ist, dass sich ein harter Kern von 24 Prozent der Frauen allein auf die gesetzliche Rente verlässt.

Die Aufwendungen für die Altersvorsorge sind bei vermögenden Frauen weit höher. Je mehr verdient wird, desto mehr wird auch in die Zukunft investiert: In den oberen Einkommensklassen fließen zwischen sechs und zehn Prozent des Einkommens in die private Zusatzvorsorge. Das bedeutet bei der hohen demographischen Lebenserwartung von Frauen aus heutiger Sicht, dass heute Besserverdienende auch künftig gut versorgt, während schlechter Verdienende oder am Konsum orientierte Frauen schlechter versorgt sein werden.

Redaktion (24.11.08)