Frauen haben es schwerer, doch der Markt reagiert darauf

Das Thema Krankenversicherung sorgt in regelmäßigen Abständen in Politik, den Medien und der Bevölkerung immer wieder für umfassenden Diskussionsstoff.
Wer hat als gesetzlich Versicherter nicht schon einmal neidisch einem Bericht eines Privatpatienten gelauscht, der gar nicht weiß, was Wartezeiten beim Arzt sind? Auch hat es den Anschein, als würden diese Patienten besser beraten werden.
Auf jeden Fall wird Ihnen das gesamte Spektrum der möglichen Behandlungsformen ohne weiteres Nachfragen angeboten. Den gesetzlichen Kassenpatienten bleiben nur die eigene Initiative, Beharrlichkeit und viel Geduld. Kassenwechsler sollten jedoch genau darauf achten, welche Angebote die potentielle neue Kasse parat hält. Für Frauen ist der Wechsel in eine private Krankenversicherung nur unter einer genauen Prüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses der anbietenden Kassen lohnenswert.
"Geburten-Risiko" als Teuerungsfaktor
Frauen zahlen nämlich deutlich höhere Beiträge. Dies ist auch dann der Fall, wenn sie das gleiche Alter und den gleichen Gesundheitsstand wie ein Mann haben. Der Mann zahlt selbst unter diesen Voraussetzungen für das gleiche Leistungspaket weniger.

Als Begründung nennen die Vertreter der Kassen die längere Lebensdauer, das statistisch häufigere Auftreten langfristigerer Krankheiten und das "Geburten-Risiko" - ein tatsächlich verwendeter Begriff der Kassen. Zu den langfristigen Krankheiten zählen insbesondere psychische Krankheiten. Wer schon einmal eine Psychotherapie in Anspruch genommen hat, wird es schwer haben, eine bezahlbare, private Kasse zu finden. Wenn man nicht sogar ganz abgelehnt wird, liegen die geforderten Beiträge sehr weit über denen der gesetzlichen. Eine Familienversicherung gibt es gar nicht. Jedes neue Mitglied der Familie nach der Realisierung des Geburten-Risikos zählt neu und zahlt eigene Beiträge.
Zusatzleistungen als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung
Zusammenfassend ist festzustellen: Der Tarif ist niedriger umso jünger und gesünder die Kandidatin ist. Im besten Fall liegen in der Familie ebenfalls keine bekannten Risiken vor. Wer jedoch die nötigen finanziellen Mittel hat oder Beamtin ist und sich Gesundheitsfürsorge auf hohem Niveau und Service leisten will, steht vor einem riesigen Angebot. Bei Beamtinnen übernimmt der Staat einen erheblichen Anteil an den Beiträgen.
Einem fast genauso großen Angebot sehen sich die gesetzlich Versicherten gegenüber, die sich für private Zusatzleistungen interessieren. Gerade in diesem Bereich gibt es sehr gute und faire Versicherer. Diese Zusatzleistungen können die Kassenpatientin auf nahezu eine Stufe mit der Privatpatientin heben, ohne dass diese die Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung aufgeben muss.
Besonders die selbstständigen Frauen können ein hohes Maß an Sicherheit zu zahlbaren Beträgen dazu gewinnen. Zeit in umfassende Informationsgewinnung zu diesem Thema zu investieren, zahlt sich sehr schnell aus.
Redaktion (24.11.08)
