Aber bitte mit Sahne

Extravagant, aber bitte klassisch!

Frauen genießen nicht nur das vertrauliche Gespräch bei Kuchen und einer Tasse gut gefiltertem Kaffee, sondern filtern auch bei Informationen zu Finanzen und Geld mögliche Ungereimtheiten aus.

Wo Männer zur Spekulation und heißen Anlagetipps neigen, bevorzugen Frauen gesicherte Informationen zum Inhalt einer Anlage und deren Hintergrund. Männern, wie dem französischen Börsenhändler Jérôme Kerviel, bleibt es vorbehalten, mal kurz die unfassbare Summe von 50 Milliarden Euro zu riskieren und dabei die ebenso unglaubliche Summe von 5 Milliarden Euro zum Nachteil der Bank Société Générale zu verspielen.

In wissenschaftlichen Untersuchungen und empirischen Studien findet sich, dass Männer deutlich mehr als Frauen, zu Spekulationen neigen. Manche Story dieser Zocker liefert reichlich Stoff für Kinofilme. Gründe in der Realität für solche Ausfälle ist zumeist die Überschätzung der eigenen Prognosefähigkeit.

Junge Männer überschätzen sich leidenschaftlich

Junge Männer wie der 31-jährige französische Börsenhändler Kerviel überschätzen leicht das eigene Urteilsvermögen. Leidenschaft wird zu riskanter Spekulation, wenn das Scheinwissen über die Funktionsweise des Marktes, technische Analysen und so genannte Insider-Tipps nicht ausreichend geprüft werden.

Nick Leeson und Jérôme Kerviel sind Männer, die glaubten, sie hätten Kontrolle über den Markt, über Kursprognosen und Preisentwicklung. Sie dachten, sie könnten Beziehungen von unterschiedlichen Wertentwicklungen vorhersehen.

Im Allgemeinen lassen Frauen sich bei der Analyse und Beurteilung des Marktes mehr Zeit. Bevor ein Engagement gewagt wird, lesen sie nicht nur im Kaffeesatz, sondern es werden auch sorgfältig harte Fakten gesammelt und verglichen. Nicht nur die Entwicklung in der Vergangenheit spielt eine Rolle, sondern auch das Verhältnis zwischen Risiko und dem möglichen Gewinn.

Frauen verzichten auf erhöhtes Risiko

Frauen verzichten zugunsten von gesteigerter Sicherheit auf eine hohe Rendite mit ebenso hohem Risiko. Sie entwickeln eher eine Leidenschaft für Qualität, auch in der Gewinnung von Information und in der Nutzung von nachhaltigem Service.

Während Männer sich untereinander nicht nur über Traumautos und angebliche Abenteuer mit Traumfrauen, sondern auch über sagenhafte Traum-Renditen und "todsichere" Geschäfte austauschen, bevorzugen die Damen eher reale Tipps über gute Verzinsung, ausgezeichneten Service und nachhaltig gutes Abschneiden in Vergleichstests.

Finanzielle Unabhängigkeit und Gleichberechtigung

Die Nutzung und Aktualisierung von Geld- und Finanzwissen ist nicht nur ein beruflicher Karriere-Faktor, sondern auch wegen der demographischen Entwicklung eine wichtige Voraussetzung für die eigene weibliche Vorsorge.

Finanzielle Unabhängigkeit ist die wichtigste Voraussetzung für die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung. Gleichberechtigung bleibt ein selbstverständliches Grundziel für Frauen, die eigene finanzielle Unabhängigkeit ist aber ein noch höheres Ziel und zugleich die Sahne auf einem erfolgreichen Mix aus Karriere und Familie.

DB (24.11.08)