Finanzprodukte für Frauen

Finanzprodukte für Frauen

Die Banken haben die Frauen als Kunden entdeckt. Speziell zugeschnittene Finanzprodukte sollen den besonderen Bedürfnissen von Frauen besser gerecht werden. Aber das Interesse der Frauen scheint noch begrenzt, die Produkte laufen nur schleppend.

Unglaublich aber wahr: Laut Umfragen setzen sich zwischen 50 und 75% aller Frauen nur „sehr ungern“ mit dem Thema Geldanlage auseinander, bis zu doppelt so viele wie bei den Männern. Nur ein Viertel der Frauen kümmert sich demnach aktiv und selbstbewusst um die eigenen finanziellen Angelegenheiten. Dementsprechend weisen sie im Vergleich zu Männern auch größere Wissenslücken auf.

Umso wichtiger ist es für Frauen, auch untereinander Erfahrungen auszutauschen und zu lernen, dass die aktive Beschäftigung mit den eigenen Finanzen normal und wichtig ist. Eventuell bestehende Wissenslücken können so ohne weiteres geschlossen werden. Als Hauptunterschied zu Männern scheinen Frauen Sicherheit und Flexibilität ihrer Anlagen wichtiger zu sein als Männern.

Bedenkt man, dass viele Frauen behaupten, sich nur ungern mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen, fahren sie nicht unbedingt schlecht: Studien aus den USA und Deutschland ermittelten übereinstimmend, dass Frauen mit ihren Anlagen eine deutlich höhere Rendite erzielen als Männer. Das brauchen sie auch: noch immer sind die Gehälter von Frauen für dieselben Tätigkeiten niedriger als die von Männern. Dementsprechend niedriger sind auch die Rentenansprüche, die sie erwerben, sowie die Rücklagen, die sie bilden können, um dies auszugleichen.

Auch für die Familie nehmen Frauen immer noch längere Auszeiten als ihre Männer. Und schließlich haben sie auch noch eine deutlich längere Lebenserwartung, müssen also für eine längere Rentenzeit vorsorgen, was Rentenversicherer als „Langlebensrisiko“ bezeichnen. Um diese Lücke zu schließen, verlassen sich viele Frauen auf den Partner, was oft nicht aufgeht. Nur jede dritte Frau sorgt selbst fürs Alter vor, und dabei legt sie im Schnitt deutlich weniger Geld im Monat zurück als ein durchschnittlicher Mann. Das kann bei Erreichen des Rentenalters zu bösen Überraschungen führen. Sich frühzeitig zu informieren ist also ein Muss.

                                                                                                      Redaktion (07.12.2009)