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Edelmetalle: Wenn die Wirtschaft schwächelt, glänzt das Gold.

Gold und Silber: Einstiegschance Sommertief

Nicht nur bei Bikinis und Schneeschaufeln ist die Nachfrage saisonabhängig. Die Industriegesellschaft richtet sich weiterhin auf allen Gebieten stark nach dem Zyklus der Jahreszeiten. Dies schlägt sich natürlich über die Nachfrage bei den Rohstoffpreisen nieder. Derzeit sind es die Edelmetalle, die Nebensaison haben und daher relativ günstig zu haben sind.

Früher bestimmte die Natur den Ablauf der Wirtschaft. Im Frühjahr wurde gesät, im Herbst geerntet. Die Industriegesellschaft hat sich zwar seither stark von der Natur entfernt, aber bei weitem nicht völlig. Viele Effekte, die auf die Wirtschaft einwirken, sind nach wie vor im Jahreslauf verwurzelt. Und diese Effekte schlagen natürlich auch auf die Nachfrage nach Rohstoffen, Investitionsgütern und Dienstleistungen und auf die Finanzmärkte durch. Am Arbeitsmarkt gibt es, das weiß jeder, nach wie vor zuverlässig die Frühjahrsbelebung. Was weniger Leute wissen: im Sommer sinkt z.B. die Nachfrage nach Edelmetallen, und damit auch der Preis.

Edelmetalle: Aktuelle Martklage

Analyse: Gold und Silber im Vergleich>

Für Anleger, denen dies bewusst ist, ist das nützlich und unter Umständen sehr lukrativ. Der alljährliche Knick bei den Gold- und Silberpreisen erklärt sich aus einem Zusammenfall mehrerer Faktoren. Im Kern geht es um die Schmuckhersteller, die für über ein Drittel der weltweiten Goldnachfrage verantwortlich sind. Bei diesen ist nämlich im Frühjahr und Sommer Nachfrageflaute.

Außergewöhnliche Ereignisse wie die Eurokrise in der ersten Jahreshälfte 2010 haben das sommerliche Nachfragetal durch eine gesteigerte Nachfrage nach Goldbarren und –münzen als Anlageobjekten und Inflationsschutz teilweise überlagert, bevor der Preis dann mit der Entspannung der Situation in den angeschlagenen Euro-Staaten Griechenland und Spanien wieder auf den „normalen“ niedrigen Sommerwert abfiel. Auch verschiedene Zentralbanken, etwa die Chinesen, kaufen weiterhin in großem Stil Gold auf.

Da aber die Nachfrageerhöhung der Goldschmiede im Winter trotzdem kommt, ergibt sich ein kürzeres Sommertief als üblich, das aber trotzdem als Kaufzeitpunkt taugt. Seit ihren Höchstständen haben die Edelmetallpreise bereits über zehn Prozent verloren, dürften im Winter aber wieder anziehen: Beginnend im September ist aber wieder Hochsaison für die goldverarbeitende Industrie. Neben der nötigen Vorbereitung auf die Weihnachtsnachfrage sind auch in bevölkerungsreichen nichtchristlichen Ländern wie Indien und China sowie der arabischen Welt Feiertage fällig, zu denen dort gerne und viel Gold und Silber geschenkt wird. Die Nachfrage steigt im Herbst und Winter daher auf ein Höchstmaß.

Für die aktuelle Situation ergibt sich daraus dieses Bild: Die Grundnachfrage bleibt weiterhin ungewöhnlich hoch, getrieben durch die nach wie vor nicht ausgeräumten Gefahren sowohl im Euroraum als auch für den Dollar, die Scharen von Kleinanlegern sowie Großakteure wie die chinesische Zentralbank zum Gold greifen lassen. Durch die sommerliche Abnahme der Nachfrage in der Industrie ist ein Zwischentief bei den Preisen eingetreten, das aber nicht anhalten wird: Ab Oktober steigt die saisonabhängige Nachfrage aus der Industrie wieder an, und mit ihr aller Wahrscheinlichkeit nach der Goldpreis. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, sein Portfolio durch Edelmetalle zu diversifizieren, oder auf der Suche nach einer krisenfesten Anlage ist, für den ist das aktuelle saisonale Tief bei den Goldpreisen ein günstiger Einstiegszeitpunkt.

Die Edelmetalle Silber, Platin, Palladium und vor allem Gold dienen weltweit in Form von Münzen und Barren als Zahlungsmittel. Edelmetalle haben den Ruf einer krisen- und inflationssicheren Anlage, auch wenn der Preis von Edelmetallen natürlich ebenfalls Schwankungen unterworfen ist. Große Mengen Gold werden von Zentralbanken als Bestandteil ihrer Reserven gehalten. Die Nachfrage nach Edelmetall als Anlageobjekt steigt besonders bei hoher Inflationsrate, instabilen Finanzmärkten und während politischer Krisen. Da der bei Weitem wichtigste Verbraucher von Gold die Schmuckindustrie ist, ist der Goldpreis neben diesen Einflüssen auch von der Nachfrage nach Luxusgütern und damit von der konjunkturellen Lage abhängig.

Nicht nur Gold, auch andere Edelmetalle sind eine Investition wert. Informieren Sie sich, welche Edelmetalle für Sie in Frage kommen.

Gold im Höhenflug

Bisher tendierten die Notenbanken dazu, ihre Goldreserven nach und nach auf den Markt zu werfen. Dieser Trend scheint sich nun umzukehren und dürfte den Höhenflug der Goldpreise weiter anheizen.

Neben von angesichts hoher Staatsverschuldung und laxer Geldpolitik von Inflationsängsten getriebenen Privatanlegern und wohlhabenden Schmuckliebhabern kommt nun scheinbar zusätzliche Nachfrage nach Gold von den Zentralbanken. Der auf 1100 Dollar tendierende Unzenpreis für das gelbe Metall spiegelt nicht mehr nur die allgemeine Erholung der Rohstoffpreise und die anhaltende Schwäche des an Glanz verlierenden US-Dollar wider.

Viele Zentralbanken, die sich von der Absicherung ihrer Währungen durch Gold schon lange verabschiedet haben und nun ihre Goldreserven langsam in den Markt einspeisten, scheinen ihre Strategie wieder zu ändern. Viele vormals eifrige Verkäufer wie etwa die Schweizer sind zu einer abwartenden Haltung umgeschwenkt, wollen einen bestimmten Goldbestand halten oder kaufen sogar wieder zusätzliches Gold ein, möglicherweise um ein Signal für die garantierte Stabilität ihrer Währungen zu setzen.

Die russischen, philippinischen und mexikanischen Notenbanken haben im vergangenen Quartal ihre Bestände erhöht, und auch die Chinesen dürften ihre gewaltigen Währungsreserven in der derzeitigen Situation nicht alleine in Staatsschuldverschreibungen halten wollen. Die Verkäufe der verbleibenden Großverkäufer Deutschland, Schweden und Frankreich reichten in dieser Situation nicht aus, um unter dem Strich für eine Vergrößerung der auf dem Markt befindlichen Goldmenge auszumachen. Die Verkäufe der Notenbanken befinden sich mit nur 20% des Wertes von 2005 auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Die 1100er-Marke des Goldpreises könnte also nicht die letzte sein, die „geknackt“ wird.


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